Johannes Kahrs ist Mitglied des Deutschen Bundestages für die SPD in Hamburg-Mitte. Er gehört zu den bekanntesten deutschen Bundestagsabgeordneten und ist als Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD im Zentrum der politischen Entscheidungsprozesse in Berlin. Dennoch liegt ein starker Fokus seiner Arbeit im Wahlkreis. Viele seiner dortigen Aktionen sind inzwischen über die Grenzen von Hamburg hinaus bekannt und werden häufig nachgemacht und imitiert. Johannes Kahrs ist als Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der SPD durchaus eine kontroverse Person – gerade innerhalb der SPD. Seine Erfolge sind aber deutlich: Steigende Mitgliederzahlen, eine hohe Zahl ehrenamtlich aktiver Mitstreiter und Wahlgewinne. Darüber wollte ich mit ihm sprechen.

Interview mit Johannes Kahrs

Johannes KahrsIch treffe Johannes Kahrs in der Lobby des Hotel Reichshof direkt in der Hamburger Innenstadt. Aussen der Kiez hinterm Hauptbahnhof, innen schwere Ledersessel und Art Deco. Er begrüßt mich, man hat direkt das Gefühl, ihn schon lange zu kennen. Er schafft es irgendwie, einem genau dieses Gefühl zu geben. Bevor wir reden, möchte er zunächst einmal richtig ankommen und einen Tee trinken. Earl Grey mit Honig.

Du bist seit 1998 Bundestagsabgeordneter, seit vielen Jahren Kreisvorsitzender. In Deinem Kreis gewinnt die SPD laufend Mitglieder und es arbeiten viele ehrenamtlich mit. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Was ist Dein Geheimnis?

Johannes Kahrs: Es gibt keine Geheimnisse. Nur tun bewegt. Du musst Dich einfach um Leute kümmern!

Netzwerken?

Kümmern! Wenn Du jemanden hast, der ein Praktikum bei Dir macht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch eintritt. Der steht dann da alleine vor einer großen Schar unbekannter Menschen. Wenn er aber mit zwei, drei, vier Freunden eintritt, dann ist er nicht mehr alleine. Außerdem wird er für diejenigen in der Partei noch attraktiver. Weil Du fängst eben nicht einen, sondern drei oder vier – die Du dann motivieren kannst. Und dann musst Du schauen, dass die eine sinnvolle Aufgabe in der Partei übernehmen. Dass die was tun können. Dass sie auch Infostände machen können. Die müssen Spaß an dem normalen Alltagsgeschäft in der Partei bekommen. Das was manchmal langweilig sein kann, ist eigentlich ganz sexy, ganz aufregend. Wenn man es denn ein bisschen gestaltet. Ein Infostand kann Spaß machen!

Was machst Du da anders?

Es muss die Mischung an Leuten stimmen. Wenn die Leute sich mögen, dann treffen sie sich da, machen gemeinsam einen Infostand. Dann ist eine andere Grundstimmung da! Man muss eben schauen, dass man die Konflikte im eigenen Verein moderiert. Wenn sich Leute nur angiften, dann macht das keinen Spaß. Und grundsätzlich… kennst Du Marry Poppins?

Ja!

„In every job that has do be done, there is an element of fun. You find the fun and the job is done.“ – Wenn die Leute Spaß haben an Parteiarbeit, an Infoständen, am plakatieren, an Wahlkampfaktionen, an Jusoarbeit – dann findet die auch statt. Und wenn es dann inhaltlich was bringt, weil man sieht, dass sich etwas bewegt – nur tun bewegt, selten das darüber reden – dann ist man auch extra motiviert. Wenn es dann zu dem passt, was eine Partei in dem Stadtteil sowieso macht, ist es eine gute Mischung! Die Leute müssen die Partei nicht erleben wie einen Haufen Funktionäre, die Funktionärssprech absondern. Sondern sie müssen sie erleben als Leute, die da wohnen und sich engagieren wollen, weil sie bock haben, etwas zu verändern.

Johannes Kahrs

Das finde ich sehr spannend – denn, wenn man sich einmal die interne Arbeit anschaut, dann ist es eines der Hauptprobleme, dass die Leute einfach keinen Spaß an der Parteiarbeit haben. Die gehen in einen Ortsverein und treffen da auf eine oft extrem verknöcherte Struktur.

Aber dann sollen sie doch Leute mitbringen, auf die sie Lust haben!

Also sollen die Leute von sich aus auch mehr einbringen?

Naja, klar, denn wenn Du Leute mitbringst, die du magst – dann gehst Du auch lieber da hin! Und wenn dann so eine nette Grundstimmung entsteht, dann sind vielleicht auch diejenigen, die vielleicht ein bisschen verknöchert sind und da nur aus Tradition oder Gewohnheit hingehen, wieder zu gewinnen und machen das mit.  

Bring also Leute mit, die Du nett findest und mit der Zeit macht Ihr Sachen, auf die Ihr auch Lust habt. Der Teil, der Lust hat, macht halt mal einen Infostand ein bisschen auf fröhlich und andere die vorbeikommen, finden das auch lustig, und vor allem charmant, reizend, nett. Dann macht Ihr das gerne! 

Kann man so also die Parteiarbeit wieder neu beleben? Sagen wir, wenn man gerade neu in einem Vorstand ist…

Man sollte kein Projekt ausrufen, keine großen Ansagen machen, nichts versprechen, man sollte einfach machen. Wenn es sich dann graduell bessert, ist es besser, als wenn Du als neuer Vorsitzender hingehst und sagst „Ich verändere die Welt!“. Dann schaffst Du vielleicht 20 Prozent von dem was Du gewollt hast – und hast aber 80 Prozent nicht geschafft. Erwartungsmanagement! Wenn Du aber sagst, Du willst den Ortsverein so gut weiterführen, wie er bisher geführt worden ist und veränderst dann leicht, sachte und gut, dann hast Du 200 Prozent am Ende mehr und nicht 20 Prozent von den versprochenen 100.

„Tja“ – Johannes Kahrs über Social Media und wie man eine Marke wird

Kommen wir auf die externe Kommunikation. Du nutzt relativ stark verschiedene Social Media Kanäle. Warum – und wie siehst Du den Nutzen von Social Media?

Johannes Kahrs:  Ich hatte früher darauf keine Lust, weil ich den Sinn nicht eingesehen habe für die Wahlkreisarbeit. Mein Wahlkreis ist ja relativ eng gesteckt. Auf der anderen Seite ist es aber so: Über die ganze Arbeit bei Facebook, Instagram oder auch einfach über WhatsApp, wenn Du da Gruppen hast, erreichst Du einen Haufen Leute. Du erreichst auch viele Nichtmitglieder. Ich bekomme sehr viele Anfragen über Facebook und Twitter von Leuten, die Interesse haben und fragen, wie das so geht mit der Parteiarbeit. Ich sage dann immer: Lass uns treffen! Lass uns einen Tee trinken! Man muss das eben übersetzen auf die normale Ebene. Wenn Du es jetzt nur mit Messages online machst, das bringt nichts.

Hast Du ein Konzept für dein Online-Marketing?

Nachdem ich mich dann damit beschäftigt hatte, habe ich gesehen, dass es da ein Potential gibt. Dann muss man da aber auch eine Marke werden. Man muss Begriffe haben, dass man da raussticht. Mit Inhalten kannst Du das nicht, weil die hat ja jeder irgendwie. Also mache ich das morgens mit meinem „Moin“ und  mit Begriffen wie meinem „traumschön“.  Ich schreibe auch immer wieder, ich fahre „in die schönste Stadt der Welt“ oder „ich fahre mit der S1 gen FittnesFirst etwas turnen“. So, jeder geht zum Sport. Aber „etwas turnen“ das klingt so schön freundlich, charmant, altmodisch. Man vermittelt eben was damit! Dass ich mit der S1 dahin fahre, vermittelt eben auch was. Wenn man jetzt bestimmte Dinge nicht kommentieren möchte, weil alles was man sagen könnte…. suboptimal wäre, dann schreibt man halt einfach „tja“ drüber. Der geneigte Leser kann sich alles darunter vorstellen. Wenn Du das also bei Twitter und Facebook machst, dann funktioniert das!

In der Tat – Du hast da ja echt etwas ausgelöst. Es gibt viele Leute, die dich inzwischen da sogar imitieren. Gerade das „Tja“ hat sich ja richtig etabliert.

Andere schreiben auch „hm!“ – aber die Grundidee ist gleich und wurde halt übernommen.

Was ist mit den Schlagermarathons in der Nacht?

Ich mag Schlager! Das mache ich einfach so, weil ich daran Spaß habe. Und ich erreiche damit eine erstaunlich große Klientel. Viele Ältere, Schwuppen, die mögen die Dinger! Also, was ich darüber schon für Kommentare bekommen habe, für Treffen hatte und Termine entstanden sind – unglaublich.

Eben Emotionen, keine Inhalte.

Naja, wenn man nur Politfunktionär ist, wenn man nur rüberkommt als der Haushaltspolitiker, oder nur redet von sparen, sparen, sparen… das ist nicht gut. Die Mischung macht’s!

 

„Vollpfosten“ – Warum man Ecken und Kanten zeigen sollte

Viele Politiker versuchen ja, es immer allen recht zu machen. Immer höflich, alles ganz glatt. Alles perfekt formuliert. Du bist da anders. Ich kenne jedenfalls wenige Bundestagsabgeordnete, die bei Facebook regelmäßig jemanden als „Vollpfosten“ bezeichnen.

Johannes Kahrs:  Naja, meistens sind das dann auch welche. Und dann kann man das auch sagen! Ich finde einfach, Facebook ist so ein Ding, da schwimmt man entweder mit und fällt nicht auf – oder man fällt auf. Dann aber bekommt man auch Ärger. Aber Everybody’s Darling ist auch Everybody’s Arschloch. Also muss man lieber mal eine Marke setzen – und selbst wenn der ein oder andere Tweet vergessen ist, ist man immer noch bekannt.

Was ist Dir wichtiger – dein persönliches Profil bei Facebook oder die Facebook-Seite?

Also, mein privates Profil mit der Obergrenze von 5000 Leuten ist das was ich mache – und der Rest, die Facebook-Seite, ist nur der Ausfluss. Die Inhalte werden da hin übersetzt. Das mache ich so am Rande mit. Aber das ist da nicht so kommunikativ. Deswegen ist die auch deutlich unterentwickelter als bei anderen. Wichtig ist aber, dass man es selber macht. Man kann es keine Mitarbeiter machen lassen.

Machst Du wirklich alles komplett selbst bei Facebook und Twitter?

Ja, wenn mein Büro was macht, weil ich gerade etwas nicht zur Hand habe, dann schreiben sie das darein. „Bürotweet“. Dann wissen die Leute, das war mein Büro. Aber 99,9% mache ich selber.

Das finde ich super. Das ist ja ein großes Problem, dass viele das komplett an Mitarbeiter abgeben wollen.

Das kann nicht funktionieren. Hat auch noch nirgendwo funktioniert. Also bei Clinton vielleicht, aber wir reden über das hier und heute. Und da ist es so: Man muss es schon selber machen. Es darf nicht zu glatt rüberkommen, man muss eckig sein – und es gilt wieder der Spruch: „In every job that has do be done, there is an element of fun.“

250 Mal Kuchen im Jahr mit Johannes Kahrs

Du bist bekannt für diverse Formate – das berühmteste ist sicherlich „Und Kuchen bringt er mit.“ Was machst Du da genau?

Johannes Kahrs:  Es ist wie jede gute Idee geklaut. Das Ganze stammt aus dem Bürgermeisterwahlkampf von Henning Voscherau. Die haben damals eine Verlosung gemacht in ganz Hamburg für einen Termin mit Henning Voscherau. Dann hat man damals gesagt, jetzt können wir aber nicht nur zwei Leute auswählen, die das gewinnen. Das gäbe sonst Frust. Also haben die einen Alsterdampfer angemietet und  100 Gewinner eingeladen. Da hieß es dann: „Und Kuchen bringt er mit.“ Es kam also Vorscherau, es war Kuchen da und es wurde diskutiert. Es war leider eine einmalige Aktion – die ich aber so großartig fand, dass ich gesagt habe, ich mache das auch. Aber ich gehe zu den Leuten nach Hause. Ich mag diese klassischen Hausbesuche nicht. Man geht von Tür zu Tür und klingelt. Erstens stört man die Leute und zum anderen macht meistens keiner auf.

Wie funktioniert das konkret?

Johannes Kahrs - Leif Neugebohrn
Leif Neugebohrn im Gespräch mit Johannes Kahrs

Ich habe einen Flyer, da stehen alle Angebote drin. Da kann man alles auch buchen. Man kann eine Tagesfahrt nach Berlin machen, man kann zum Frühschoppen kommen – und man kann mich eben auch einladen. Dann bringe ich für jeden Anwesenden ein Stückchen Butterkuchen und ein Stückchen Bienenstich mit – Bäcker Heinrich, Hammer Landsstraße, der backt selber und das ist anständige Qualität. Ich will einen Tee haben. Am besten Darjeeling, möglichst hell. Dann haben wir zwei Stunden Zeit und können über alles reden. Das mache ich 200 – 250 Mal im Jahr. Entweder bei Leuten zu Hause, in Seniorentreffs oder in Firmen oder im Café. Ich nehme mir zwei Stunden Zeit und rede mit denen.

Wie ist die Resonanz, auch während der Gespräche? Hast Du da auch starke Kritiker?

Man hat relativ viele, die dann eintreten. Es ist aber auch für meine Leute an den Infoständen eine Art Notlösung. Das heißt, wenn ich nicht da bin und einer kommt und randaliert und erzählt, alles Mist, dann sagen die, komm pass auf, wir organisieren einen Termin mit unserem Bundestagsabgeordneten. Die Reaktion ist erstmal: Der kommt doch eh nicht. Und meine Leute können sagen: Doch, der kommt sogar zu Ihnen nachhause – und bringt sogar Kuchen mit. Und schon machen die einen Termin und dann gehe ich da hin.

Und dann?

Selbst die Leute, die am gefrustetsten sind, die richtig die Hasskappe aufhaben, wenn die zu Hause auf ihrem Sofa sitzen, ein Stücken Kuchen haben und trinken Tee oder Kaffee, sind die entspannt, glücklich. Und dann redet man. Ganz häufig viel darüber, wie Politik funktioniert. Wenn man das alles geklärt hat, kommen wir zu der Sachfrage, die die haben. Da habe ich dann Zeit und kann das erklären. Auf die Art und Weise bekommst Du Bezug zu den Leuten und die verstehen Dich. Und ganz oft kann ich dann sagen, Moment, ich muss da mal bei jemanden nachfragen. Dann rufe ich direkt – zum Beispiel – den zuständigen Bezirksabgeordneten vor Ort an und frage nach. Oder man macht einen Termin mit dem. Oder ich sage, schreiben sie es mir auf, weil momentan habe ich keine Ahnung – aber ich kümmere mich. Ich erkläre dann, dass ich nachfrage bei der zuständigen Stelle – aber Sie bekommen von mir eine Antwort. Das ist wichtig, damit die dann auch einfach geschrieben ist. Nicht so ein Behördendeutsch.

Es ist also eine einfache, verständliche Sprache wichtig?

Hauptsätze, Hauptsätze, Hauptsätze. Keine Kommas. Keine Fremdwörter. Und keine Fragezeichen. Subjekt, Prädikat, Objekt. Eine einfache Sprache.

Jetzt wollte ich ja eigentlich noch fragen, wie Du das findest, dass so viele Dein Kuchen-Konzept nachahmen. Aber wenn das gar nicht von Dir ist…

Die besten Konzepte sind alle geklaut. Es gibt sogar inzwischen Grüne, ich glaube aus Sachsen-Anhalt, die bringen Baumkuchen mit. Ist ja auch alles in Ordnung! Ich finde, die besten Ideen sind geklaute Ideen. Man sollte ja nicht glauben, dass man neue Ideen hat. Es hat alles schon mal irgendwo gegeben. Und ich gucke mir immer an, wenn ich bei Kollegen bin, was die so machen. Wenn ich etwas Nettes finde – dann klaue ich das! Oder wenn ich einen netten Dreh finde, dann adaptiere ich den in meine Geschichte rein. Und so verändert sich das immer wieder.

Du machst auch extrem viele Tagesfahrten nach Berlin.

Ja, ich mache etwa 80 Stück im Jahr. Morgens um 7:00 Uhr los, 10:30 Uhr da. Mit ein, zwei oder drei Bussen – 11 auf einmal war der Höhepunkt. Da hatten wir gerade WM und es gab diese Arena vor dem Bundestag. Und da hatte ich alle Gastkarten aufgekauft, die es gab. 550 Stück. Das sind 11 Busse. Ich habe sie alle voll bekommen, wir haben gewonnen 2:0 und es war ein traumhafter Tag. Ich habe in jedem Bus auf der Hinfahrt geredet. Von den 80 Bussen die ich sonst im Jahr mache, sind 40 Schulen, davon 20 Berufsschulen und 20 Allgemeinbildende. Damit kommen schon die, die sonst freiwillig nie mitfahren würden. Und die anderen 40 sind einfach Bürger, die Lust haben und sich selber anmelden. Daraus entstehen dann ganz viele Einladungen – in Sportvereine, in Kleingartenvereine, zu Leuten nach Hause. Ich habe also damit so 4000 bis 4500 Leute im Jahr in Berlin. Zusätzlich zu den regulären Gruppen, die nach Berlin kommen.

„Am Ende muss es Spaß machen.“

Schläfst Du eigentlich noch irgendwann?

Ja, gut!

Du erzählst ja ganz viele Sachen, die Du alle selber machst. Und sagst auch, dass es wichtig ist, das alles selbst zu tun. Viele Politiker geben aber viel an Mitarbeiter ab und legen wert auf ihren freien Sonntag.

Naja. Ich finde, man darf das auch nicht werten. Wenn einer zum Beispiel drei Kinder hat und eine gescheiterte Ehe und baut eine neue auf – dann muss das drin sein. Ich muss nur als Person authentisch sein. Wenn ich eben sage, ich habe drei Kinder und die spielen am Sonntag Fußball und da will ich sein, das versteht jeder. Thema durch. Jeder muss für sich ein Geschäftsmodell entwickeln, womit man klarkommt und mit dem man nicht untergeht. Wichtig ist nur, dass jeder eine Marke wird. Es gibt viele, die finden mich suboptimal und es gibt viele, die finden mich gut. Selten ist man egal. Das ist das wichtige. Andere mögen es nicht, wenn sie nicht gemocht werden. Die tun alles, um gemocht zu werden. Das ist auch in Ordnung. Funktioniert auch wunderbar.

Was ist also wichtig?

Am Ende muss es Spaß machen. Wenn man am Beruf des Politikers keinen Spaß hat, dann riechen das die Leute und wählen den nicht. Dann mach lieber was anderes. Wenn die Leute keinen Spaß haben am Wahlkampf, sollten sie keine Wahlkämpfe machen. Wenn man nur Spaß hat am Dasein als Bundestagsabgeordneter in Berlin – da gibt es ja welche, die sind auf Landeslisten, wohnen in Berlin und machen dann ab und zu mal eine Wahlkreisbereisung –  absolutes No Go. Man muss Spaß haben am Wahlkampf. Man muss Spaß haben am Wahlkreis. Man muss Spaß haben am Kontakt mit Menschen.

Und den hast Du!

Ich war mein Leben lang Vereinsmeier. Ich habe mit den Pfadfindern angefangen, ich war mal im Ruderverein aktiv. Ich war Schulsprecher, Klassensprecher, Vertrauensmann bei der Bundeswehr, bin Reserveoffizier. Ich war in einer Studentenvereinigung. Ich war bei den Jusos und da alles, was man bei den Jusos auf Landesebene werden kann. Ich war Vorsitzender eines Jugendzentrums. Man muss eben Spaß an solchen Dingen haben!

Johannes Kahrs
Quelle: Facebook, Johannes Kahrs

Ich muss jetzt an die regelmäßigen Bilder bei Facebook denken, von Dir mit einem großen…

Rammler! Deutsche Riesen! 7,6 Kilo, schmecken köstlich mit Preiselbeeren.

Okay…

Ja. Aber wenn Du keinen Spaß an einem Rammler hast, dann lass es bleiben! Die Leute merken, ob Du Spaß an den Tieren hast. Ich finde Menschen toll, die ein Hobby haben – ob sie kirchlich engagiert sind, ob sie bei den Naturfreunden oder beim NABU sind, ob sie beim Tierschutz sind, bei den Pfadfindern. Ganz egal. Hauptsache sie sind engagiert und tun was. Und wenn Leute kein Interesse an irgendwas haben, dann ihr Interesse zu wecken, oder den Spaß daran, darum geht es.

Vielen Dank!

Johannes Kahrs findet Ihr bei Facebook unter www.facebook.com/johanneskahrs. Seine Facebook-Seite hat diese Adresse: facebook.com/kahrs.hamburg